Kantorstraße 31-41 erstrahlt in neuem Glanz

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ur einen Steinwurf von der Mulde entfernt wurde vor mehr als 65 Jahren ein neues Kapitel der Baugeschichte geschrieben. Im Zusammenhang mit der Errichtung der ersten Hochhäuser kam im Rahmen des Wiederaufbaus der Innenstadt auch die „Brandenburger“ nach Dessau. Der Bautyp, als industrielle Fertigungsmethode 1957 entwickelt, war natürlich damals noch mit Ofenheizung ausgestattet.

Ein Sachverhalt, der schon sehr lange der Vergangenheit angehört. Die Wohnungen waren schon in jener Zeit heiß begehrt und es lag auch nicht an diesem Bautyp, dass ausgerechnet vor etwa 20 Jahren hier in der Kantorstraße der innerstädtische Stadtumbauprozess mit den ersten Rückbaumaßnahmen begann. Die Gründe lagen in den Sachzwängen demografischen Wandels in unserer Stadt nach der Wende.

Wer in diesem Bereich wohnt, weiß um die Stärken dieses Wohnquartiers mit seinen Einkaufs- und Naherholungsmöglichkeiten mit dem Dessau-Center und dem weiträumigen Tiergarten.

Bereits in den letzten Jahren fanden hier in der Innenstadt an den DWG-Gebäuden planmäßig Aufwertungsmaßnahmen statt und in diesem Jahr war der „Brandenburger“ in der Kantorstraße 31-41 mit einer weiteren Verjüngungskur an der Reihe.  An dem Vier-Geschosser mit insgesamt 48 Wohnungen, wurde ab Juli kräftig gewerkelt und die Handwerker gaben sich buchstäblich die Klinke in die Hand. Nach einem exakten Bauablaufplan musste von einer Fachfirma zuerst Baufreiheit durch den schonenden Rückschnitt an einigen Bäumen geschaffen werden, die sich vor der Fassade mit ihren Ästen breit gemacht hatten.

Neue Wärmedämmung senkt die Heizkosten

Für die Mieter von besonderem Interesse, weil es die künftigen Heizkosten betrifft, war die Anbringung einer neuen Wärmedämmung an der gesamten Fassade und die neue Farbgestaltung des Wohnblockes nach einer zuvor erfolgten intensiven  Abstimmung mit dem Gestaltungsbeirat der Stadt.

Zum Vorhaben gehörte dann auch die Sanierung der in die Jahre gekommenen Hauseingangspodeste sowie die Erneuerung der Hauseingangsleuchten mit den Hausnummern. Letzteres klingt zwar recht profan, ist aber besonders für die Rettungsdienste in den Abend- und Nachtstunden, wo es auf jede Minute ankommt, von entscheidender Bedeutung.

Und noch eine Maßnahme war wichtig, über die viel zu wenig berichtet wird. Unsere Wohnhäuser haben auch zahlreiche „Untermieter“, die zwar keine Miete entrichten, deren Anwesenheit aber ökologisch gewollt und naturschutzrechtlich vorgeschrieben ist. Gemeint sind die an den Gebäuden brütenden Vogelarten wie der Haussperling und auch der Mauersegler. Besonders der „Spatz“, früher ein belächelter Allerweltsvogel, ist in seinem Bestand bei uns in der Stadt und auch bundesweit seit der Jahrtausendwende um 50 Prozent eingebrochen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Umweltamt der Stadt hat unser Unternehmen den geschützten Vögeln mit dem Anbau von acht Nisthilfen zusätzliche Brutmöglichkeiten geschaffen.

Das Bauvorhaben konnte im Dezember erfolgreich abgeschlossen werden.