Auf der Grundlage des im Rahmen des Bund- Länder- Programms „Soziale Stadt“ ermöglichten Quartierskonzeptes Theaterviertel / Johannisviertel der Stadt Dessau- Roßlau hatte die Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH im Jahr 2008 gemeinsam mit dem Büro „planerzirkel“ und dem Quartiersmanagement ein von Fördermitteln unterstütztes Gestaltungsprojekt erarbeitet, dass im vergangenen Jahr zur „Messe der Sozialen Stadt“ einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde und ein lebhaftes Interesse fand.
„Bei diesem Vorhaben wurden in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement und dem Büro Stephan Westermann zielgerichtet die Bewohner des Bereiches einbezogen und in Mieterversammlungen und in Einzelgesprächen die Entwürfe diskutiert und die Hinweise und Vorschläge eingearbeitet“, erläuterte DWG- Geschäftsführer Joachim Schlichter den Werdegang des bürgernahen Planungsprozesses bei einem Pressetermin am Mittwoch. Nachdem zu Beginn des Jahres 2009 die ersten Vorentwürfe vom „planerzirkel“ entstanden, seien die Mieter in einer ersten Versammlung in die Entscheidungsfindung einbezogen worden.
„Im Vorfeld hatte unser Büro bereits eine mit Fragebögen durchgeführte Mieterbefragung sehr intensiv ausgewertet und verschiedene Vorschläge in der Planung berücksichtigt“, ergänzte Landschaftsarchitekt Hans- Gerd Kleymann.
Unter der Beteiligung der zuständigen Ämter der Stadt seien dann die Entwurfs- und Genehmigungsplanungen entstanden.
Bei der Wohnumfeldverbesserung im Karree sei großer Wert auf den Erhalt der vorhandenen Bäume gelegt worden. „Da sind die von uns ermittelten Ergebnisse der Baumbegutachtung sehr gründlich unter die Lupe genommen und mit interessierten Bewohnern diskutiert worden“, berichtete der Planer und verwies auf die Neuanlage von weiten Wiesen sowie Strauchflächen und Bodendeckern, die der früheren desolaten Raumsituation künftig eine völlig neue ordnende, parkähnliche Gestaltung unter der sinnvollen Einordnung von Sitz- und Spielflächen gebe. 
Über zahlreiche Wege erschließe sich den Bewohnern die eigentliche, als Ruhezone fungierende Mitte des Innenhofes und schaffe in dieser grünen Oase eine neue Lebensqualität.
„Bei der Erarbeitung des Projektes hat die Neuorganisation des Ruhenden Verkehrs einen wichtigen Platz eingenommen“, hob Joachim Schlichter einen, für die Mieter und Vermieter sehr relevanten Aspekt in der Planungstätigkeit hervor.
Der Geschäftsführer verwies in diesem Zusammenhang auf die komplizierte Ausgangssituation auf dem Innenhof mit den alten Garagenkomplexen von vielen Eigentümern, die nicht im Karree wohnten und der geringen Zahl von 25 Stellplätzen auf einem provisorischen Parkplatz in dem Zentrum des Hofes.
„Eine Neuordnung dieser Fragestellung war im Interesse der Bewohner und besonders im Hinblick auf eine Neuvermietung unumgänglich“, bekräftigte Schlichter. Im Rahmen des Projektes sei jetzt eine positive Bilanz des Ruhenden Verkehrs auf dem Innenhof mit 105 Stellplätzen entstanden.
Wie der Geschäftsführer informierte, seien die Parkplätze bereits im August an die Mieter zur Nutzung übergeben worden.

Im April hatten die Umgestaltung des Innenhofes begonnen und nähert sich in den kommenden Wochen ihrem Ende. „Für den Monat September ist der Abschluss der Arbeiten geplant. Die im Projekt vorgesehenen Anpflanzungen der Gehölze schließen sich voraussichtlich im Oktober / November an“, umriss Hans- Gerd Kleymann den weiteren zeitlichen Rahmen des Vorhabens. Gegenwärtig würden gerade die Müllstandorte mit den Einhausungen und die verschiedenen Ausstattungselemente aufgestellt.
Die Größe und den Umfang der Aufwertungsmaßnahme auf dem Innenhof machte der Landschaftsarchitekt an recht eindrucksvollen Zahlen deutlich.
Das Projekt beinhalte insgesamt 3.600 Quadratmeter befestigte Flächen, 6.700 Quadratmeter Rasenflächen, über 1.850 Quadratmeter Strauch- und Pflanzflächen, zwei Spielbereiche mit 160 Quadratmetern sowie 41 Baumpflanzungen.
Die Gesamtfördersumme für die Umgestaltung des Wohnkarrees betrage 500.000 Euro.
Geschäftsführer Joachim Schlichter würdigte die gute Zusammenarbeit mit den Bewohnern des Karrees in den vergangenen Monaten. Im Interesse einer mieternahen Arbeit habe die DWG für die gesamte Bauzeit in der Willy- Lohmann- Straße 40 ein Baubüro eingerichtet, wo die Bewohner an jedem Dienstag über ihre Fragen oder Probleme Gespräche führen könnten.
„Wir werden auch in den nächsten Wochen wieder zu Mieterversammlungen einladen, um die Bewohner über den aktuellen Stand der Arbeiten zu informieren“, erklärte der Geschäftsführer.










