Tag des Offenen Denkmals
Die Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH wird sich erstmalig an dem bundesweiten „Tag des Offenen Denkmals“ beteiligen.
Am kommenden Sonntag besteht für Interessenten die Möglichkeit, sich in der Zeit von 13.00 bis 17.00 Uhr im Innenhof des DWG- Verwaltungsgebäudes in der Ferdinand-von-Schill-Straße 8 über die ehemalige anhaltische Kaserne zu informieren.
Für die Errichtung der Leopold- Kaserne in den Jahren von 1853 bis 1855 zeichnete der Baumeister Adolph Brückner verantwortlich, der das Gebäude im Stil des Spätklassizismus errichten ließ. Für die Soldaten der Kaserne, die den Namen „Leopold- Kaserne“ erst 1898 erhielt, diente der nördliche, unbebaute Bereich der heutigen Werderstraße als Exerzierplatz. Zum Kasernenkomplex gehörte auch das Gebäude der ehemaligen Volkshochschule in der Wolfgangstraße. In diesen Räumlichkeiten war das Garnisonslazarett untergebracht.
Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges waren in der Kaserne Teile des Anhaltischen Infanterie- Regiments Nr. 93 und im Jahr 1919 kurzzeitig Soldaten des Schützen- Regiments Nr. 49 und in der Zeit der Reichswehr ein Bataillon des Infanterie- Regiments Nr. 12 untergebracht.
Mit der Fertigstellung der Hindenburg- Kaserne in der Ebertallee (Infanterie- Regiment Nr. 33, Stab und 1. Batl.) und der Encke- Kaserne, Elballee (Artillerie- Regiment Nr. 49, Stab und 1. Abtl.) endete die unmittelbare militärische Nutzung der Leopold- Kaserne im Jahr 1935 mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht und der damit verbundenen „Heeresvermehrung“.
Das „zivile Leben“ der Leopold- Kaserne
Nicht minder spannend war der „zivile“ Zeitabschnitt des nach dem Herzog Leopold IV Friedrich von Anhalt benannten Gebäudes.
In den 30er Jahren bis zum Kriegende befanden sich nach einer kurzen Zwischennutzung für den „Reichsarbeitsdienst“ diverse städtische Ämter, darunter die Soziale Fürsorgestelle in dem Gebäude.
Infolge des schweren Luftangriffs auf Dessau am 7. März 1945 brannten der Mittelteil und der östliche Seitenflügel völlig aus. Nach dem Krieg zogen das Sozial- und das Gesundheitsamt, später die Abteilung Volksbildung des Rates der Stadt und die Stadtteilbibliothek in den erhalten gebliebenen westlichen Seitenflügel.
Ein dunkles Kapitel legte sich in den Tagen des Volksaufstands im Juni 1953 auf die Geschichte des Gebäudes. Erich Kluge, in jenen Tagen Mitglied der Streikleitung von „Agfa“ – Wolfen, wurde nach eigenen Angaben noch während des Ausnahmezustands in Bitterfeld festgenommen und in der Dessauer Leopold-Kaserne verhört und geschlagen. Sein Bericht erschien 1956 in der Westberliner Tageszeitung „Telegraf“ ( Erich Kluge, „Die Macht war unser……“, Telegraf, 17. Juni 1953, Seite 3; www.17juni.de).
In den Jahren 1992 bis 1993 wurde dieser Seitenflügel unter der strikten Einhaltung des Denkmalschutzes umfassend saniert und modernisiert. In dem Gebäude waren in den späteren Jahren das Sozialamt, das Schulverwaltungsamt und das Personalamt untergebracht.
Seit dem Jahr 2008 ist der westliche Seitenflügel das Domizil der Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH.
Nicht minder spannend war der „zivile“ Zeitabschnitt des nach dem Herzog Leopold IV Friedrich von Anhalt benannten Gebäudes.
In den 30er Jahren bis zum Kriegende befanden sich nach einer kurzen Zwischennutzung für den „Reichsarbeitsdienst“ diverse städtische Ämter, darunter die Soziale Fürsorgestelle in dem Gebäude.
Infolge des schweren Luftangriffs auf Dessau am 7. März 1945 brannten der Mittelteil und der östliche Seitenflügel völlig aus. Nach dem Krieg zogen das Sozial- und das Gesundheitsamt, später die Abteilung Volksbildung des Rates der Stadt und die Stadtteilbibliothek in den erhalten gebliebenen westlichen Seitenflügel.
Ein dunkles Kapitel legte sich in den Tagen des Volksaufstands im Juni 1953 auf die Geschichte des Gebäudes. Erich Kluge, in jenen Tagen Mitglied der Streikleitung von „Agfa“ – Wolfen, wurde nach eigenen Angaben noch während des Ausnahmezustands in Bitterfeld festgenommen und in der Dessauer Leopold-Kaserne verhört und geschlagen. Sein Bericht erschien 1956 in der Westberliner Tageszeitung „Telegraf“ ( Erich Kluge, „Die Macht war unser……“, Telegraf, 17. Juni 1953, Seite 3; www.17juni.de).
In den Jahren 1992 bis 1993 wurde dieser Seitenflügel unter der strikten Einhaltung des Denkmalschutzes umfassend saniert und modernisiert. In dem Gebäude waren in den späteren Jahren das Sozialamt, das Schulverwaltungsamt und das Personalamt untergebracht.
Seit dem Jahr 2008 ist der westliche Seitenflügel das Domizil der Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH
