Vor 90 Jahren, am 7. März 1919 wurde auf der Grundlage eines Beschlusses des damaligen Dessauer Gemeinderates die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft für Dessau, Stadt und Land mbH gegründet.
Ziel der beiden Gründungsväter, Oberbürgermeister Fritz Hesse und Baustadtrat Theodor Overhoff, war die wirksame Bekämpfung der großen Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg. Mit der Tätigkeit der GSG zunächst als Bauträger wurde in der ehemaligen Residenzstadt an der Mulde der völlig neue Grundgedanke einer sozialen Wohnungswirtschaft verwirklicht. Die GSG, ab 1937 auch Vermieter von Wohnungen tätig, gilt als die Vorläufergesellschaft der Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH. Die DWG, mit ca. 13.000 Wohnungen der größte Vermieter an Mulde und Elbe, setzt die vor 90 Jahren begründete soziale Zielstellung unter den veränderten Bedingungen des 21. Jahrhunderts fort.
Der 7. März ist zugleich für viele Menschen unserer Stadt unter dem Blickwinkel des Zweiten Weltkrieges ein denkwürdiges Datum. Bei einem schweren Luftangriff wurde die Innenstadt zu 85 Prozent zerstört. 668 Bürger der Stadt kamen ums Leben.
Dieser Luftangriff bedeutete zugleich auch das faktische Ende der GSG. An ihrem 26. Gründungstag verlor die Gesellschaft ihr Verwaltungsgebäude mit dem Archiv und über 80 Prozent des Wohnungsbestands. Mit viel Energie und Aufbauwillen konnte Theodor Overhoff als Geschäftsführer das Unternehmen wieder aufbauen. Die GSG bestand bis zur gesetzlichen Auflösung in der DDR bis 1951.
Der Oberbürgermeister unserer Stadt, Herr Klemens Koschig, hat ein Grußwort für das Amtsblatt geschrieben, dass wir auch auf unserer Seite veröffentlichen.
Grußwort des Oberbürgermeisters
(Foto - Achteck um 1926 - mit freundlicher Genehmigung vom Stadtarchiv Dessau-Roßlau)











