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DWG - Vermieter mit sozialer Kompetenz, wirtschaftlichem Augenmaß und Verantwortung

90 Jahre Soziale Wohnungswirtschaft an Mulde und Elbe

                 Von Oberbürgermeister  Klemens Koschig                      

Die Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH, mit ca. 13.000 Wohnungen größter Vermieter der Stadt an Elbe und Mulde, ist mit der Entwicklung der sozialen Wohnungswirtschaft der Stadt untrennbar verbunden. Am 7. März 1919 wurde in Dessau mit der Gründung der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft für  Dessau, Stadt und Land mbH (GSG) das Fundament für eine dem Gemeinwohl verpflichteten kommunalen Wohnungspolitik in Dessau geschaffen. Zu den Gründungsvätern gehörten der damalige Oberbürgermeister Fritz Hesse (1881-1973) und der über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Baustadtrat Theodor Overhoff (1880-1963), der  als erster Geschäftsführer die Weichen für eine moderne Wohnungswirtschaft in der Stadt stellte.  In der Folgezeit war die ehemalige Residenz- und Hauptstadt des Freistaates Anhalt als neuer exponierter Standort der Industrie Mitteldeutschlands zugleich ein Wegbereiter einer Wohnungspolitik mit  sozialer Verantwortung. Große Beachtung  innerhalb des Deutschen Städtetages fand das noch junge Unternehmen in den 20er Jahren. Mit der Verwirklichung kühner städtebaulicher Lösungen im Rahmen der Gartenstadt- Idee, wie zum Beispiel die  Siedlung „Hohe Lache"  mit bezahlbaren Eigenheimen zur Linderung der Wohnungsnot, wurde die Stadt Dessau zum Vorreiter einer sozialen Wohnungswirtschaft in der Weimarer Republik. Als am 27. Juni 1919 der erste Spatenstich für die Siedlung erfolgte, war der 1. Weltkrieg noch kein Jahr vorüber. Weitere Wohnungs- und Siedlungsgesellschaften, so unter anderem die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft „Mittelelbe" GmbH, die Mitteldeutsche Heimstätten G.m.b.H, die Mitteldeutsche Wohnungsfürsorge Gesellschaft mbH (Miwog), die Mitteldeutsche Wohnungsgesellschaft (Miwo), die Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Angestelltenheimstätten ( Gagfah) sowie die „Neue Heimat" Siedlungsgesellschaft der „DAF" wurden in der Stadt tätig, um den hohen Bedarf an Wohnraum und Eigenheimen zu decken. 

Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verwirklichte die GSG als eine der ersten Gesellschaften  in Mitteldeutschland ein Vorhaben der Umwandlung  von zwei ehemaligen Kasernen in der Elballee und Ebertallee zu Gebäuden mit Mietwohnungen.

Ganz im Sinne ihrer Vorläufergesellschaft hat die DWG seit 1990 die Unternehmensziele auf die Weiterführung der sozialen Wohnungswirtschaft ausgerichtet. In Dessau erfolgte in den Jahren von 1993 bis 1994 das erste große Neubauvorhaben nach der Wende. Insgesamt 181 sozial- geförderte Wohnungen wurden im Stadtteil Zoberberg in traditioneller Bauweise  errichtet.

Das Unternehmen konnte in den vergangenen  Jahren zahlreiche Pilotprojekte des wohnungswirtschaftlichen Städtebaus realisieren, so unter anderen die erstmalige Konversion eines Kasernenobjektes in Sachsen-Anhalt nach der Wiedervereinigung.   Durch den Umbau des  bisher  militärisch genutzten Mittelganghauses entstanden attraktive, sozial - geförderte Wohnungen im Stadtteil Dessau - Kochstedt.

Völlig neue Wege beschritt das Unternehmen  mit der Verwirklichung des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (EXWOST) im Rahmen des Forschungsprogramms des Bundesbauministeriums zum flächensparenden und ökologischen Bauen im Stadtteil Dessau- Nord. Das Vorhaben nahm  mit der aktiven Beteiligung der künftigen Mieter eine kreative Gestalt an und sorgte für ein großes  Interesse über die Stadtgrenzen hinaus.

Auf die  neuen sozialen und demographischen Entwicklungen der vergangenen Jahre stellt sich die DWG seit 1998  mit neuen Konzepten und Angeboten für den sich qualitativ verändernden Wohnungsmarkt  ein.

Für die Verwirklichung der  Bedürfnisse und Wünsche der Alleinerziehenden wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Verein SHIA e.V. ein Wohnhaus in der Wörlitzer Straße für den Korrespondenzstandort EXPO 2000 saniert und zur eigenverantwortlichen Nutzung übergeben. Die DWG beschritt mit diesem Pilotprojekt  ebenfalls wohnungswirtschaftliches Neuland in Sachsen- Anhalt und fand eine breite Anerkennung auf der Landes- und Bundesebene.

Seit dem Ende der 90er Jahre widmete sich die Dessauer Wohnungsbaugesellschaft verstärkt dem Thema des alters- und behindertengerechten Wohnens. Zwei Mittelganghäuser in der Törtener Straße 12 und in der Tornauer Straße 23a wurden den Bedürfnissen der Senioren entsprechend umgebaut, umfassend saniert und dem Verein Volkssolidarität 92 Dessau / Roßlau e.V.   zur Nutzung übergeben. Seit 2006 wird den Senioren im Rahmen des ganzheitlichen Service- Konzeptes „Wohnen ohne Hindernisse" eine umfassende Hilfe für das Wohnen im Alter in den eigenen vier Wänden angeboten.

Der bewährte Leitsatz: „Mit wirtschaftlichen Augenmaß und sozialer Verantwortung" ist auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein wichtiger Bestandteil der  Handlungsstrategie der DWG.  Mit  der Botschaft: „.... weil wir hier zu Hause sind!" will die Dessauer Wohnungsbaugesellschaft eine bewusste  Identifikation der Bewohner mit  dem  Unternehmen und  mit der traditionsreichen  Heimatstadt Dessau erreichen.

Unter diesem Blickwinkel hat sich die DWG in den vergangenen Jahren, der Einführung der Sozialreformen der Bundesregierung,  der bisher größten sozialpolitischen Herausforderung seit der Wende gestellt. Die drei Sozialarbeiter der Gesellschaft übernahmen die Betreuung und Begleitung von über 1.700 Hartz IV / ALG II- Empfängern und organisierten in Zusammenarbeit mit den Ämtern der Stadt sowie Vereinen die präventive Arbeit im Sinne einer Schuldnerberatung zur Verhinderung von Wohnungskündigungen. Eine Tätigkeit, die aus der Sicht der Stadtverwaltung besonders zu würdigen ist.

Ein hohes Maß an kommunalpolitischer Verantwortung übernahm die Gesellschaft im Zusammenwachsen unserer Doppelstadt. Mit der Verschmelzung der DWG mit der Wohnbau- und Immobiliengesellschaft Roßlau mbH (WIR) unter dem Dach der Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH wurde von der Geschäftsführung ein entscheidender Beitrag für die Zusammenführung der wohnungswirtschaftlichen Kompetenz an Elbe und Mulde geleistet.

Im Rahmen des Stadtumbaus Ost hat die Dessauer Wohnungsbaugesellschaft die Hauptlast der Realisierung der  erforderlichen Rückbaumaßnahmen übernommen. In den vergangenen Jahren wurden vom Unternehmen in eigener Regie insgesamt 2.373 Wohnungen abgerissen bzw. zurück gebaut. Der Stadtumbau ist nicht nur Abriss, sondern bildet eine feste Einheit mit der Aufwertung der Bestände.

Die Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH kann eine stolze Bilanz der in den letzten Jahren realisierten Aufwertungsmaßnahmen vorlegen. Von 1990 bis 2008 investierte das Unternehmen insgesamt ca. 290 Mio. Euro für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen in ihrem Bestand und schuf damit die Grundlage für die weitere  zielgerichtete Gestaltung einer lebenswerten Innenstadt in den kommenden Jahren.    

Mein Dank gilt den mittlerweile Generationen von Mitarbeitern, die sich beruflich in unserer Stadt der wichtigen Aufgabe verschrieben haben, unseren Bürgerinnen und Bürgern mehr als ein Dach über dem Kopf zu sichern.

Zu Dank verpflichtet sind wir den Geschäftsführern und Betriebsleitern angefangen von Theodor Overhoff bis in unsere heutigen Tage wie auch den Mitgliedern der Verwaltungsräte, die alle den erfolgreichen Weg der Dessau-Roßlauer kommunalen Wohnungswirtschaft sichern halfen.

Ich wünsche unserer Gesellschaft eine blühende Zukunft, viel Erfolg und allzeit zufriedene Mieter. 

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Titelgrafik Bild mit Newsinhalten
  • Wohnungswirtschaft vor neuen Fragestellungen
    Im Namen der vier großen Vermieter forderte Hans Tschammer die Kommune zu einer Anhebung der Obergrenzen der Kosten für die Unterkunft sowie zur Überprüfung der Angemessenheitskriterien auf.
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  • Abrissmaßnahme in der Goethestraße begonnen
    Der Stadtumbau wird auch in diesem Jahr in Roßlau fortgesetzt.
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  • Umfrage zum Seniorenfreundlichen Wohnen
    Der DWG gehe es jedoch bei dieser Projektarbeit in erster Linie um die Konkretisierung der seniorengerechten Service- Angebote durch ein Netzwerk von kompetenten Firmen und Dienstleistern, stellte Anja Passlack heraus.
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  • Weitere Abrissmaßnahmen im Süden der Stadt
    Gegenwärtig erfolgen die Entkernungsarbeiten im Wohnblock in der Viethstraße 2, 4 bis 20.
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  • Neue Geschäftsführerin in der DWG
    Anja Passlack tritt die Nachfolge von Joachim Schlichter an, der zum Jahresende nach langjähriger Tätigkeit offiziell verabschiedet wurde.
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