Nach Interviews mit längjährigen Mietern und den Außenaufnahmen vom Gebäude war am späten Abend noch die Vorstellung des Hinterglaswandbildes von Carl Marx in der Dienststelle der DWG vorgesehen. Das als „Kunst am Bau“ geplante Werk wurde im Jahr 1965 für das Friseurgeschäft von dem Bauhauskünstler angefertigt und befand sich bis Anfang der 90er Jahre in dem Gewerberaum.
Der Wohnblock Scheibe – Nord der Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH verkörpert ein markantes Kapitel der Geschichte des Wiederaufbaus und der Stadtgestaltung, aber auch des modernen Wohnens in den 60er Jahren. Mit der Errichtung des ersten großen Objektes am damaligen Zentralen Platz waren völlig neue Maßstäbe im Baugeschehen der Stadt gesetzt worden.
Technologisch gilt das nach dreijähriger Bauzeit im Oktober 1965 fertiggestellte Gebäude mit seinen drei Treppenhaustürmen und den Laubengängen auf der Nordseite als ein Bindeglied zwischen der seit 1956 in Dessau angewandten Großblockbauweise und der 1960 einsetzenden Großplattenbauweise, wie Dr. Dorothea Götze in der kürzlich veröffentlichten Publikation „Dessau im Aufbau“ betonte.
Ein Blick in Vermietungsstatistik zeigt: Der Wohnblock mit seinen 182 Wohnungen und zehn Gewerberäumen, den Zeitgenossen als den längsten neu errichteten Wohnblock in der DDR in der Mitte der 60er Jahre bezeichneten, hat bis in die Gegenwart nicht an Attraktivität bei den Mietern eingebüßt.
Wie der MDR mitteilt, wird der Beitrag Mitte Juni in der Sendung „Dabei ab Zwei“ ausgestrahlt.









