Glasbild von Benno Butter vorgestellt
Die gestalteten Scheiben wurden 1970 im Auftrag des damaligen VEB Kommunale Wohnungsverwaltung Dessau für einen Raumteiler in der Gaststätte „Am Museum“ in der Franzstraße 90 bis 98 (damalige Wilhelm-Pieck-Straße) angefertigt. Nach der Schließung der Gaststätte und in Vorbereitung der für eine Neuvermietung des Gewerberaumes notwendigen Umbaumaßnahmen erfolgte 1991 der Abbau und die Einlagerung des Glasbildes in der DWG.
„Aufgrund der örtlichen Bedingungen in unserem alten Verwaltungsgebäude in der Raguhner Straße war an einer, der Öffentlichkeit zugänglichen Anbringung des Kunstwerkes nicht zu denken“, betonte Geschäftsführer Joachim Schlichter bei der Vorstellung des Kunstwerkes. Erst mit dem Umzug in das neue Domizil sei es möglich gewesen, eine Präsentation vorzubereiten.
Der Geschäftsführer verwies darauf, dass ähnlich wie bei dem Glasbild von Carl Marx umfangreiche Vorarbeiten geleistet werden mussten.
Die vielen Jahre im Gaststättenbetrieb hätten sichtbar ihre Spuren hinterlassen und machten Restaurierungsarbeiten an verschiedenen Scheiben unbedingt erforderlich.
„ Es musste darüber hinaus eine Lösung gefunden werden, um aus einem Raumteiler eine sinnvolle und ansprechende Gestaltung als Glaswandbild zu realisieren“, erläuterte Schlichter.
Im Interesse eines weitestgehenden Erhalts des Kunstwerkes sei die Anordnung der Scheiben in der ursprünglichen Form erfolgt. Kompliziert gestaltete sich die farbliche Anpassung der Wandfläche, um die einzelnen Motive im Glasbild zur Geltung zu bringen. „Da hatten wir eine doch recht mühsame Knobelarbeit zu leisten“, resümierte der Geschäftsführer.
Das Glasbild ist nicht das erste Werk von Benno Butter, das von der Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH restauriert wurde. Joachim Schlichter verwies in diesem Zusammenhang auf die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Metallwandbild „Das alte Dessau“ an der Museumskreuzung aus dem Jahr 1975, das vor einiger Zeit nach dem Diebstahl eines Bandstahlelements wieder komplettiert werden konnte.
„Als größter Vermieter der Stadt fühlen wir uns dem Erbe der Dessauer Künstler besonders verpflichtet“, betonte Joachim Schlichter und hob die Zahl von über 150 Werken der „Kunst am Bau“ hervor, die sich in und an den Wohngebäuden des Unternehmens befinden.
Das Glaswandbild „Festgelage“ von Benno Butter kann in der Rezeption des Verwaltungsgebäudes der DWG in der Ferdinand-von-Schill-Straße 8 im Rahmen der Öffnungszeiten besichtigt werden.
Der Maler und Grafiker Benno Butter
Benno Butter, am 30. August 1914 in Pawlowsk in Rußland geboren, kehrte 1920 mit seiner Familie nach Deutschland zurück und fanden in Dessau eine neue Heimat. 1934 legte er das Abitur ab und studierte an der Handwerkerschule in Erfurt und an der Staatlichen Akademie in Leipzig.
Nach dem Kriegsdienst von 1939 bis 1945 setzte er im Jahr 1946 sein Studium an der Akademie in Leipzig fort und nahm danach eine Tätigkeit als freischaffender Maler und Grafiker in Dessau auf.
Nach verschiedenen Studienreisen in den 50er Jahren leitete er von 1968 bis 1979 den Malzirkel und ab 1970 den Kunstschmiedezirkel des VEB Zementanlagenbau Dessau. Im Jahr 1973 wurde Benno Butter mit dem Wilhelm-Müller-Kunstpreis der Stadt ausgezeichnet.
Der Künstler starb am 22. August 1985 in Dessau.
(Literaturquelle: Dessauer Künstler, Staatliche Galerie Schloß Georgium 1990)
