DWG sorgt für ausgewogenen Branchenmix
Mit 204 Gewerberäumen und einer Gesamtfläche von 22.500 Quadratmetern für Einzelhändler, Dienstleister, Apotheken Arztpraxen und Bürogemeinschaften versteht sich die Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH als ein wichtiger Partner für viele Gewerbetreibende außerhalb der beiden großen Einkaufscenter in der Innenstadt.
„Die Vermietung von Gewerberäumen ist ein sehr sensibles und anspruchsvolles Thema besonders im Hinblick auf die Zielsetzung einer nachhaltigen Belebung der Innenstadt“, erklärte DWG- Geschäftsführer Joachim Schlichter in einem Gespräch mit der Mitteldeutschen Zeitung. „ Vor der eigentlichen Vermietung ist mit den Interessenten ein ganzer Komplex von Fragen zu klären.“ Nicht jedes Gewerbe passe in einen Wohnbereich oder gar in „Dessaus guter Stube“, der Zerbster Straße, hob der Geschäftsführer hervor. Zu Erhöhung der Attraktivität eines Standortes gehöre ein ausgewogener Branchenmix, von dem letztlich jeder Gewerbetreibende in diesem Bereich partizipiert. Ein Sachverhalt, der nicht immer auf das Verständnis bei verschiedenen Antragstellern stößt.
Die DWG nehme diese Fragestellungen sehr ernst und habe sich zum Beispiel bei der Erarbeitung der Gestaltungsfibel für die Zerbster Straße aktiv eingebracht.
Das Unternehmen sehe sich darüber hinaus in einer wichtigen Partnerschaft mit der Stadtverwaltung sowie mit den Händlern und Dienstleistern im Citynet- Verband.
„Wir haben eine gemeinsame Verantwortung für die weitere Entwicklung und Aufwertung der Innenstadt“, betonte Schlichter und verwies in diesem Zusammenhang darauf, auf die aktive Mitarbeit des Unternehmens im Diskussionsprozess zum Masterplan. Hier gelte es, den in diesem Projekt avisierten Potenzialraum für die Branchen einer sich ergänzenden Kreativwirtschaft mit seiner Vernetzung von Einrichtungen unterschiedlicher künstlerischer, kultureller sowie anderer Dienstleister im Sinne einer Revitalisierung der Innenstadt zu gestalten. Um die Bürger noch mehr zu informieren und zu beteiligen, habe daher die DWG vor wenigen Tagen das Wohngebietsfest im Stadtpark genutzt, um den Masterplan gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt noch einmal der Öffentlichkeit zu präsentieren.
„Neben dem Bemühen um eine Auswahl geeigneter Einzelhändler bzw. Dienstleister müssen wir auch nachbarschaftsrechtliche, bautechnische und bei verschiedenen Anbietern von Lebensmitteln sogar hygienische Vorschriften beleuchten“, betonte Schlichter.
In den Gesprächen mit den Gewerbetreibenden sind viele Probleme, wie zum Beispiel Umbaumaßnahmen bzw. Neuinstallationen und dessen Finanzierung zu klären und spätestens bei der Frage nach den Anlieferungsmöglichkeiten sowie den erhofften Parkbuchten für Kunden kämen auch die Sachzwänge des öffentlichen Raumes noch in den Blick.
Hinsichtlich des ständige Ruf nach einer größeren Attraktivität durch eine Erhöhung der Vielfalt der Angebote oder gar eine „Erlebnis- Gastronomie“ setze wagemutige und ansiedlungsinteressierte Dienstleister bzw. Händler voraus, die gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht sehr zahlreich seien, erklärte Joachim Schlichter.
In Sachen Gastronomie lebe die DWG besonders in der Zerbster Straße jedoch aber auch im ständigen Spannungsfeld zwischen dem Ruhebedürfnis der vielen älteren Bewohner und der etwas ausgelasseneren „Feierabend-Kultur“ der jüngeren Gäste, die gerne in den Abendstunden im Außenbereich sitzen. „Hier sind wir als Vermieter gefordert und müssen in vielen geduldigen Einzelgesprächen Verständnis und Entgegenkommen wecken“, bemerkte der Geschäftsführer. Wer jungen Menschen oder den vielen Gästen ein pulsierendes, kulturvolles Leben in der Innenstadt bieten möchte, könne besonders in den Sommer- Monaten nicht zur besten Abendzeit eine feierliche Stille verordnen.
„Problematisch ist auch der sich gegenwärtig vollziehende Generationswechsel bei verschiedenen Geschäftsinhabern in der Innenstadt,“ konstatierte Joachim Schlichter und verwies auf die jüngsten Schließungen von Läden in der Poststraße und in der Zerbster Straße.
In diesem Bereich gebe es jedoch auch eine sichtbare, positive Entwicklung. So hätten in der zurück liegenden Zeit solche attraktiven Ambiente wie zum Beispiel
das „Cafe Hilde“ und das „Cupboard- und Schlemmerhaus“ neu eröffnet und der bisherige Inhaber des Pressezentrums habe das in der Innenstadt etablierte Geschäft vor einigen Monaten einem jungen Gewerbetreibenden übergeben, betonte der Geschäftsführer.
Bei den anderen, leerstehenden Läden befinde sich die DWG gegenwärtig in sehr intensiven und erfolgversprechenden Verhandlungen mit Interessenten.
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