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7. März 1945: der Tag des Infernos
Vor 65 Jahren ging die Vorläufergesellschaft GSG im Bombenhagel unter

gsgIn aller Bescheidenheit und in einem sehr kleinen Kreis hatten sich  die Mitarbeiter am Mittag  im Zimmer des Geschäftsführers eingefunden, um mit Theodor Overhoff auf den 26. Gründungstag der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft für  Dessau, Stadt und Land mbH ( GSG) anzustoßen. Der größte Teil der männlichen Mitarbeiter befand sich bereits im Militärdienst und  konnte an  dieser kleinen Feier nicht mehr teilnehmen.    Die Stimmung der Anwesenden war an jenem 7. März 1945 gedrückt. Jeder Tag brachte neue Nachrichten von der Zerstörung  deutscher Städte. Nach Dresden sanken auch Augsburg und Chemnitz in Schutt und Asche. Keiner der Anwesenden konnte jedoch ahnen, dass  die Piloten der Royal Air Force  den Befehl erhielten, sich für einen Nachtangriff auf Dessau bereit zuhalten.

Mit dem Luftkrieg hatten die Dessauer inzwischen zu leben gelernt. 18 Luftangriffe kosteten bis zum März 1945 etwa 470 Menschen das Leben und richteten beträchtliche Schäden auch am Wohnungsbestand der GSG an.
Wie zu jedem Feierabend  brachten die GSG- Mitarbeiter auch am 7. März die wichtigsten Unterlagen in einen  Aktenkeller im damaligen Verwaltungsgebäude in der Lützowstraße 13 a ( heute Franz- Mehring- Straße), den Theodor Overhoff bereits 1940 baulich extra verstärken ließ.  Insgesamt 520 „Lancaster“- und 6 „Mosquito“- Bomber befanden sich am Nachmittag bereits auf dem Weg zu ihrem Zielort.
In den späten Abendstunden heulten in Dessau die Sirenen und um 21.49 Uhr klinkten die sechs vorausfliegenden „Mosquito“ die ersten Luftminen über der Stadt aus. In mehreren Angriffswellen fielen bis 22.40 Uhr 1.693 Tonnen Bomben und besiegelten das Schicksal der Stadt. Innerhalb kurzer Zeit rückte die ehemalige Residenzstadt mit einem Zerstörungsgrad von mehr als 80 Prozent in die Reihe der am meisten heimgesuchten Städte Deutschlands. 668 Menschen starben bei diesem Angriff.
Die GSG verlor in dieser Nacht den größten Teil ihres Wohnungsbestandes. Zum Verlust des Verwaltungsgebäudes in der Lützowstraße 13 a schrieb Theodor Overhoff am 17. März 1945 an den Verband mitteldeutscher Wohnungsunternehmen: „Das ganze Haus wurde hochgeworfen und brach einige Meter weiter zu einem Trümmerhaufen zusammen.“ In der Angriffsnacht starben neben den Angehörigen von Mitarbeitern auch der einzige, neben Overhoff in der GSG noch verbliebene Baumeister, Paul Philipp.
Aus den Trümmerbergen des Verwaltungsgebäudes konnten an den Folgetagen die bereits fertiggestellte Rohbilanz, zwei Schreibmaschinen sowie eine Rechenmaschine geborgen werden.
„An unserem Wohnbesitz haben wir schwerste Verluste. Wir müssen damit rechnen, dass etwa ein Drittel Totalschaden sein wird“, teilte der Geschäftsführer dem Verband mit.  Die Ende März 1945 vorliegende Analyse ergab ein   niederschmetterndes Ergebnis: 80 Prozent des GSG- Bestandes völlig zerstört bzw. unbewohnbar. Dessau war zu einer toten Stadt geworden.


Der Krieg, der  unvorstellbares Leid über ganz Europa brachte, kehrte zu seinem Ausgangspunkt zurück. Seine Wurzeln reichen bis zum 30. Januar 1933 zurück, der Machtübernahme der Nazis. Das darf beim Gedenken der Opfer nicht vergessen werden.


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