Das Heft biete einen Einblick in die wechselvolle Entwicklung der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft für Dessau, Stadt und Land mbH seit ihrer Gründung am 7. März 1919, zunächst als Bauträger und ab 1937 als Großvermieter an der Elbe bis zu ihrer per Gesetz verfügten Auflösung im Jahr 1951. „ Wir haben in der Zusammenstellung der wichtigsten Ereignisse auch den 40jährigen Weg der Wohnungswirtschaft in der DDR von ihrer zeitweiligen Integration in dem Kommunalen Wirtschaftsunternehmen (KWU) über die Kommunale Wohnungsverwaltung(KWV) bis zum VEB Gebäudewirtschaft Dessau nachgezeichnet", betonte Schlichter.
Den größten Raum nehme jedoch verständlicher Weise die Chronologie der Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH seit 1991 ein.
Der Geschäftsführer bat um Verständnis dafür, dass viele Sachverhalte und auch Problemkreise aus Platzgründen nicht aufgenommen werden konnten. „Die vorliegende Chronik ist die erste geschlossene Übersicht zur Entwicklung unseres Unternehmens und fußt auf eine intensive Kleinarbeit in den vergangenen Jahren". Bereits im Vorfeld des 85-jährigen Jubiläums sei der Sichtung der Unterlagen in der DWG sowie im Stadtarchiv begonnen worden.
„Im Gegensatz zu den meisten ostdeutschen Unternehmen hatten wir uns ganz bewusst dafür entschieden, bei der Geschichtsschreibung bis zu den Wurzeln der sozialen Wohnungswirtschaft zurück zugehen", erklärte Joachim Schlichter.
Besonders für den Zeitabschnitt von 1933 bis 1945 habe man ein sehr sensibles Terrain betreten und einer objektiven Beurteilung unterzogen. Der Geschäftsführer verwies auf die sehr zeitaufwendige Erforschung der Biografie des GSG- Gründungsvaters und ersten Geschäftsführers Theodor Overhoff, der von den Nazis als Baustadtrat wegen seiner liberalen Haltung 1933 entlassen wurde. „Geschichtsschreibung hat mit handelnden Personen zu tun, dessen Bewertung die privaten Befindlichkeiten der heute lebenden Söhne oder Töchter bzw. dessen Enkel berührt und einen behutsamen Umgang erfordert", umriss Schlichter die komplizierte Problemlage. Bei der Enkelin von Theodor Overhoff habe die DWG eine große Unterstützung erfahren. Mit Dankbarkeit sei von der Familie die Veröffentlichung der Lebensskizze des Großvaters im Dessauer Kalender 2006 aufgenommen worden.
Joachim Schlichter sprach in diesem Zusammenhang den Mitarbeitern des Stadtarchivs Dessau den besonderen Dank für die in den vergangenen Jahren gewährte Unterstützung bei Bereitstellung der historischen Unterlagen aus.
„Die Arbeit an der Unternehmensgeschichte ist für uns keine Nostalgie, sondern die Bestätigung des bewährten Weges einer kommunalen Wohnungswirtschaft im Interesse der sozialen Entwicklung unserer Stadt", bekräftigte der Geschäftsführer.
Ohne das Verständnis der verantwortlichen Stadtoberhäupter wäre die erfolgreiche Unternehmensentwicklung jedoch nicht möglich gewesen. Die jetzt vorgelegte Chronik der DWG sei auch ein Anlass, den bisherigen Oberbürgermeistern Dr. Jürgen Neubert und Hans- Georg Otto aber auch den langjährigen Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Bürgermeister Karl Gröger sowie den Stadträten im Aufsichtsgremium für die aktive Unterstützung zu danken. Unter der Verantwortung von Oberbürgermeister Klemens Koschig als Gesellschafter der DWG werde die von Fritz Hesse begründete Grundmaxime einer Wohnungswirtschaft mit wirtschaftlichem Augenmaß und sozialer Verantwortung zielführend unter den neuen Herausforderungen einer fortschreitenden Globalisierung fortgesetzt, betonte Schlichter und würdigte zugleich die bisherige gute Zusammenarbeit mit den Ämtern der Stadt.
Die Chronik zum download finden Sie hier.











